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Der, der seinen Namen singt

28. Mai 2019, admin - Hannover

Wenn man es „Zilp-Zalp-Zilp-Zalp“ von den Bäumen rufen hört, stellt sich hier ein kleiner, brauner Vogel mit hellgelber Brustfärbung vor: Der Zilp-Zalp ist ein häufiger Brutvogel, der oft in gut strukturierten und waldähnlichen Bereichen wie Parkanlagen zu finden ist. Aber auch in der Stadtwildnis fühlt er sich wohl! Ab März singt er seinen Namen von hohen Bäumen, ab der zweiten Aprilhälfte findet man ihn allerdings zum Brüten am Boden. Hierfür braucht er eine ausgeprägte Strauch- und Krautschicht, wie sie verwilderte Flächen gerne bieten. Auf dem Speiseplan des kleinen Vogels stehen vor allem Insekten: Blattläuse, Insektenlarven und Ameisen frisst er besonders gerne.        
Zum Überwintern zieht der Zilp-Zalp in den Mittelmeerraum, an den Persischen Golf oder in die südliche Sahara, bevor er uns im Frühjahr wieder mitteilt, dass er zwar unscheinbar ist – aber man deshalb doch bitte trotzdem seinen Namen kennen sollte. Im englischen wird sein Gesang übrigens mit „Chiff-Chaff“ übersetzt – und das ist auch der englische Name des Zilp-Zalps.

Wer jetzt gerne einmal hören möchte, wie der Zilp-Zalp unermüdlich seinen Namen ruft, kann das hier tun: https://www.deutsche-vogelstimmen.de/zilpzalp/


In die Falle getappt

25. Mai 2019, admin - Hannover

In die Falle getappt

Im Großstadtdschungel trifft man neben menschlichen vor allem pflanzliche Bewohner sowie Vögel, Amphibien und Insekten. Aber neben dem Menschen sind Städte auch für andere Säugetiere ein wichtiger Lebensraum: Gärten, Parks, Friedhöfe, Dachböden und nicht zuletzt auch Stadtwildnis-Flächen stellen vielfältige „Wohnmöglichkeiten“ zur Verfügung.

Zum Beispiel durch Abfälle ist häufig auch das Nahrungsangebot in Städten höher, als in weniger dicht besiedelten Gebieten. Das kann dazu führen, dass manche Arten wie etwa Rotfüchse oder Igel in der Stadt häufiger anzutreffen sind, als auf dem Land. In Hannover wollten wir es genauer wissen: Um herauszufinden, welche Säugetiere dort unsere kleine Wildnis erobern, haben wir sie „in die Falle tappen“ lassen. Im Zuge eines studentischen Projektes wurden von Dezember bis Februar Fotofallen aufgestellt, die bei Bewegung in Kombination mit Wärme alles „knipsen“, was ihnen vor die Linse läuft. Durch Infrarotblitz sind auch Nachtaufnahmen möglich, weshalb sich Fotofallen sehr gut zur Untersuchung von Säugetieren, die überwiegend scheu, nachtaktiv und daher nur schwierig zu erfassen sind, eignen. Bei der Auswertung kam heraus, dass vor allem Rotfuchs und Feldhase gerne und regelmäßig unsere Flächen in Hannover nutzen. Besonders die Kombination aus dichteren Heckenstrukturen und lockeren Gebüschen hat sich auf den Fotos als ihr bevorzugter Aufenthaltsort herausgestellt – zwei Strukturtypen, die durch „Städte wagen Wildnis“ und die extensive Beweidung in Hannover an der Fösse sowie an der Kirchhorster Straße gefördert werden. Aber auch Hunde, Steinmarder, Nutrias, Hermeline und Mäuse haben sich ablichten lassen. Waschbären und Rehe wurden aufgrund von hinterlassenen Spuren zwar erwartet, waren aber überraschenderweise nicht auf den Aufnahmen zu entdecken.

Aber wer weiß, vielleicht tappen sie bei der nächsten bildlichen Untersuchung „in die Falle“...



Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.