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Genügsam, aber nicht hungrig

29. März 2019, admin - Hannover

Von März bis Mai zeigt es seine weißen Blüten in Deutschland, aber man muss es erst einmal entdecken – denn es gehört zu den Winzlingen unter den mitteleuropäischen Blütenpflanzen und ist noch dazu auch optisch eher unauffällig: Das Frühlings-Hungerblümchen.

Das lichtliebende Pflänzchen gehört zu den Kreuzblütengewächsen und ist nicht, wie sein Name suggerieren könnte, immerzu hungrig. Ganz im Gegenteil: Es bevorzugt nährstoffarme, trockene Standtorte, wie beispielsweise offene sandige Bodenflächen an Wegrändern, Steinbrüche, Äcker oder auch Kiesgruben. Auch auf Mauern oder an Gleisen findet man es häufig. Seinen Namen verdankt es dieser Genügsamkeit, die es befähigt, auch an sehr mageren Standorten, sogenannten „Hungerböden“, zu wachsen. Viel Licht und Wärme sind allerdings wichtig für das Frühlingshungerblümchen, das zu den einjährigen Pflanzen gehört und sowohl in Europa als auch in Asien heimisch ist.

Gerade einmal bis zu 15 Zentimeter hoch wird die kleine Blütenpflanze. Im Anschluss an die Blütezeit bildet das Frühlingshungerblümchen kleine Schötchen aus, in denen die Samen heranreifen. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze ab, die Samen keimen im Winter und bilden dann kleine Blattrosetten aus, bevor im Jahr darauf neue Pflänzchen ihre Blüten der Frühjahrssonne entgegenstrecken, so wie aktuell in der Hannoveraner Stadtwildnis:


Genügsam, aber nicht hungrig

Rückfragen, Anmerkungen Feedback? Wir freuen uns darüber!

12. Februar 2019, Pia Ditscher - Hannover, Frankfurt, Dessau-Roßlau

Mit unserem Projekt wollen wir einen Beitrag zum Schutz von Natur und Umwelt leisten – und das ist für uns nicht nur eine Floskel, sondern eine Lebenseinstellung. Gleichzeitig ist es uns wichtig, „Städte wagen Wildnis“ möglichst transparent zu gestalten und allen an Stadtwildnis Interessierten die Möglichkeit zum Dialog zu geben. 

Deshalb lassen wir uns „an die eigene Nase fassen“: 

Rückfragen und sachliches Feedback zu unserem Projekt möchten wir zukünftig in regelmäßigen Abständen auf unserem Blog veröffentlichen und beantworten bzw. darauf reagieren. Schreiben Sie uns an: info(at)staedte-wagen-wildnis.de Wir achten selbstverständlich auf Datenschutz – bitte geben Sie uns daher immer an, ob wir Ihren Namen öffentlich nennen dürfen. Wir freuen uns auf Zuschriften und sind gespannt auf Ihre Themen und Anregungen!


Wildnisbewohner des Monats Dezember

14. Dezember 2018, Pia Ditscher - Hannover

Der "Geistliche" unter den Vögeln...


Der Gimpel ist unser Wildnisbewohner des Monats Dezember. Er hat eine auffällig rote Brustfärbung und eine schwarze „Kappe“ – daher kommt auch seiner zweiter Name: Dompfaff. Gimpel-Weibchen sind mit ihrer hellgrau gefärbten Brust weniger auffällig, aber nicht minder schön anzusehen. Gimpel fühlen sich im Sommer wie auch im Winter bei uns sehr wohl. Sie ernähren sich vegetarisch und dürften sich auch besonders über unsere Projektflächen freuen, denn dort bleiben Samenstände auch im Winter stehen und helfen den kleinen „Geistlichen“ bei der Nahrungssuche. Auch an Futterhäuschen findet man sie daher häufig. Früher wurden die schönen Gimpel auch häufig als Käfigvogel gehalten, und das, obwohl sie als Symbol für Ungeschicklichkeit und Dummheit galten. In Gottlieb Tobias Wilhelms (passenderweise protestantischer Pfarrer und Schriftsteller mit Schwerpunkt Naturgeschichte)  „Unterhaltungen aus der Naturgeschichte“ von 1795 findet sich eine mögliche Erklärung für diese Zuschreibung: „Wahrscheinlich darum, weil sie so einfältig dem Lockvogel nachgehen, wurde der Nahme Gimpel zum Schimpfwort der Dummheit“. Dabei ist der Gimpel ein schlauer Vogel, der schnell lernt.

Der Gimpel sing relativ leise, sein „djü pjühh“ gibt es zum Anhören hier:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/vogelportraets/03636.html#

Neben seinem Zweitnamen „Dompfaff“ weist der zierliche Vogel noch einen anderen Bezug zur Welt der Religion auf: Gimpel finden sich auch auf künstlerischen Darstellungen zur Bibel, unter anderem auf dem Gemälde „Paradiesdarstellung mit Sündenfall“ von Peter Paul Rubens und Jan Brueghel dem Älteren: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Jan_Brueghel_de_Oude_en_Peter_Paul_Rubens_-_Het_aards_paradijs_met_de_zondeval_van_Adam_en_Eva.jpg 

Übrigens: Der Gimpel ziert auch unsere Weihnachtspostkarte, die unter den Bildern zu diesem Beitrag zu sehen ist. Wer ein Exemplar zugeschickt bekommen möchte, kann uns gerne schreiben!



Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.