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Wildnisbewohnerin des Monats Februar

13. Februar 2019, Pia Ditscher - Frankfurt

Die "zweihörnige Rote"

Sie ist das Insekt des Jahres 2019 in Deutschland, Österreich und der Schweiz – und lebt auch in unserer Stadtwildnis. Anders, als der Titel ahnen lassen könnte, handelt es sich nicht um die weibliche Form des Teufels. Ganz im Gegenteil: Unsere Wildnisbewohnerin des Monats ist Osmia bicornis, die Rostrote Mauerbiene. Sie zählt zu den Wildbienen, von denen es in Europa etwa 700 Arten gibt. Sie fühlt sich in sehr vielen Lebensräumen zu Hause: Waldränder, Lichtungen, Steinbrüche und Streuobstwiesen sind nur einige Beispiele. Häufig ist die Rostrote Mauerbiene auch dort zu finden, wo Menschen leben, denn sie nutzt sehr gerne Hohlräume in Löss- und Lehmwänden oder auch Trockenmauern, um ihre Brutnester zu bauen. Die etwa zehn Milimeter lange Biene erinnert von ihrer Körperform her an eine schlanke Hummel. Ihr Namenszusatz „bicornis“ bedeutet „zweihörnig“ und leitet sich davon ab, dass die Weibchen zwei nach vorne gerichtete Hörner auf dem Kopfschild tragen – sie dienen zum Ernten von Pollen. Die schwarze Gesichtsbehaarung und eine gelbrote Bauchbürste sind weitere Erkennungsmerkmale der Weibchen, während sich die Männchen optisch durch eine weiße Gesichtsbehaarung und lange Fühler auszeichnen. Was ihren Speiseplan betrifft, sind Rostrote Mauerbienen nicht sehr wählerisch: Fast alle Blütenpollen werden von ihr gesammelt und von den weiblichen Bienen zur Füllung der Nisthöhlen verwendet. Dort entwickeln sich die Bienenlarven bis zum Spätsommer zur erwachsenen Biene. Im darauffolgenden Frühjahr nagen sie sich dann aus dem verschlossenen Nest. Da die Männchen zuerst schlüpfen, erwarten sie die später schlüpfenden weiblichen Bienen dann bereits zur Paarung. Für ihren „Balztanz“ verwenden die Männchen chemische Lockstoffe, durch die auch Informationen über ihre regionale Herkunft vermittelt werden. So werden Weibchen angelockt, die gut an die lokalen Verhältnisse angepasst sind. Pro Jahr entwickelt sich eine neue Generation der Rostroten Mauerbiene.

Das „Insekt des Jahres“ wird seit 1999 durch ein Kuratorium aus Insektenkundlern und Vertretern wissenschaftlicher Einrichtungen ausgewählt. In Anbetracht des massiven Insektensterbens verwundert es nicht, dass die Wahl auf eine Wildbiene gefallen ist. Auch, wenn wir die Rostrote Mauerbiene in der Stadtwildnis finden können und sie bisher nicht als gefährdet gilt, gibt es gute Gründe, um sie und ihre Gefährten mehr als besorgt zu sein und sich stets bewusst zu machen: Wir alle brauchen Insekten wie die Rostrote Mauerbiene – ihr und ihren Artgenossen das Überleben zu ermöglichen, ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. 

Wildnisbewohnerin des Monats Februar

Rückfragen, Anmerkungen Feedback? Wir freuen uns darüber!

12. Februar 2019, Pia Ditscher - Hannover, Frankfurt, Dessau-Roßlau

Mit unserem Projekt wollen wir einen Beitrag zum Schutz von Natur und Umwelt leisten – und das ist für uns nicht nur eine Floskel, sondern eine Lebenseinstellung. Gleichzeitig ist es uns wichtig, „Städte wagen Wildnis“ möglichst transparent zu gestalten und allen an Stadtwildnis Interessierten die Möglichkeit zum Dialog zu geben. 

Deshalb lassen wir uns „an die eigene Nase fassen“: 

Rückfragen und sachliches Feedback zu unserem Projekt möchten wir zukünftig in regelmäßigen Abständen auf unserem Blog veröffentlichen und beantworten bzw. darauf reagieren. Schreiben Sie uns an: info(at)staedte-wagen-wildnis.de Wir achten selbstverständlich auf Datenschutz – bitte geben Sie uns daher immer an, ob wir Ihren Namen öffentlich nennen dürfen. Wir freuen uns auf Zuschriften und sind gespannt auf Ihre Themen und Anregungen!


Wer will Wegweiser in die Wildnis werden?

12. Februar 2019, Pia Ditscher - Frankfurt

Frankfurt bildet wieder "WildnisLotsen" aus

Wir brauchen engagierte Unterstützer, die Wege in die "Wildnis" weisen und uns helfen, die Menschen für Stadtwildnis zu begeistern und zu gewinnen.

Das Umweltamt Frankfurt bildet deshalb auch in diesem Jahr wieder „WildnisLotsen“ aus, die sich für Stadtwildnis engagieren und den Besuchern der Flächen Wissen vermitteln möchten. An fünf Wochenenden können interessierte Naturfreudinnen und -freunde einen Einstieg in die Umweltbildung finden, indem sie Tiere und Pflanzen der Stadtwildnis kennenlernen und sich Herangehensweisen erarbeiten, um Menschen für Wildnis in der Stadt zu begeistern.
Gemeinsam mit dem Umweltamt-Team des Projektes „Städte wagen Wildnis“ wurden in den vergangenen Monaten die Inhalte der Fortbildung zusammengestellt. Hierzu gehört neben den Naturthemen und einer Einführung in geltende Umweltschutzbestimmungen auch ein Kommunikationstraining. So können die WildnisLotsen zukünftig nach erfolgreicher Ausbildung im Bürgerdialog für Stadtwildnis werben sowie selbst unterhaltsame und dabei lehrreiche Exkursionen für Kinder und Erwachsene anbieten. Die WildnisLotsen-Einsätze im Rahmen des Projekts werden stundenweise entlohnt. Die fünf Kurseinheiten finden von März bis Mai 2019 in der Natur oder in Seminarräumlichkeiten wie etwa dem Grünen Klassenzimmer am Alten Flugplatz Bonames  statt. Die Kursleitung wird inhaltlich auch durch mehrere versierte Fachleute regionaler Forschungseinrichtungen und Naturschutzverbände unterstützt.

Zur Anmeldung für die Fortbildung sind alle interessierten Volljährigen aufgerufen, die Spaß an Stadtnatur und deren Vermittlung haben. Das Anmeldeformular findet sich auf der unten angegebenen Webseite. Die Kursgebühr beträgt 250 Euro inkl. Getränke und Imbiss während der Fortbildungseinheiten.

Interessierte haben am Mittwoch, 20. Februar, 18 Uhr, die Gelegenheit, Inhalte, Ablauf und Organisatorisches rund um die Fortbildung kennenzulernen. Die Info-Veranstaltung im Grünen Klassenzimmer am Alten Flugplatz Bonames dauert etwa 1,5 Stunden. Alle Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Termine der Kurseinheiten für die Ausbildung sind: Freitag, 8. und Samstag, 9. März; Samstag, 23. und Sonntag, 24. März; Samstag, 13. und Sonntag, 14. April; Samstag, 11. und Sonntag, 12. Mai; Samstag, 25. und Sonntag, 26. Mai. Weitere Auskünfte zum Projekt erteilt  Dr. Thomas Hartmanshenn, Abteilungsleiter „Umweltvorsorge“ im Umweltamt und Koordinator von „Städte wagen Wildnis“, Telefon (069) 212-39145, E-Mail: thomas.hartmanshenn(at)stadt-frankfurt.de 



Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.